Eine kurze Firmengeschichte
Geschichte
Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1884 mit der Gründung der „Cycle Components
Manufacturing Company Ltd.”, einer Fahrradteilefabrik, die unter dem Namen „Ariel”
Fahrräder herstellte. Bis 1932 wurden Fahrräder und Fahrradkomponenten produziert.

Von 1900 bis 1925 wurden außerdem Automobile produziert und über die Firma Ariel Motor Co.
Ltd. vermarktet. In dieser Zeit nahmen die Fahrzeuge erfolgreich an Motorsportveranstaltungen
teil und bewiesen ihre Zuverlässigkeit und Leistung.
Die Motorrad-Ära begann 1898 mit motorisierten Fahrrädern und Tricycles. Bis 1909 wurden diese
pedalunterstützten Fahrzeuge gebaut.

Ariel 2 ¼ h.p. von 1903
Bei den Flat-Tank-Modellen von 1910 bis 1925 kamen eigene sowie Einbau-Motoren von White & Pope,
Abingdon, Blackburne und M.A.G. zum Einsatz. Es entstanden Singles und V-Twins mit 300
bis 1000 ccm Hubraum.

Ariel 5-6 h.p. V-Twin von 1914
Im Jahr 1926 begann mit dem Konstrukteur Val Page die Ära des „The Modern Motorcycle“,
zunächst mit neuen Motoren und Rädern und später mit Satteltank. Es wurden Singles mit 500 ccm und
557 ccm, die sogenannten Black Ariels, sowie ab 1929 Lightweight-Modelle mit 250 ccm und 350
ccm angeboten.

Ariel Model C von 1926
Die Fahrzeuge erwarben sich im Laufe der Jahre den Ruf, robust und zuverlässig zu sein. Dies wurde
in vielen Wettbewerben und Ausdauertests unter Beweis gestellt.
1928 fuhr eine Ariel, die auf Schwimmern montiert war, über den Ärmelkanal und wieder zurück.
Die spektakulärste technische Entwicklung, vom Konstrukteur Edward Turner entworfen, wurde 1931 vorgestellt: die Square Four. Es handelte
sich um ein Motorrad mit Vierzylindermotor, dessen Zylinder quadratisch angeordnet waren.

Der Ariel Square Four Motor
Zunächst mit 500 ccm, später mit 600 ccm und einer obenliegenden Nockenwelle (OHC). Trotz der technischen Herausforderungen war diese Baureihe recht
erfolgreich und wurde bis 1958 produziert.

Ariel SF Sloper von 1931
Ariel warb damit, der einzige englische Hersteller zu sein, der ein-, zwei- und vierzylindrige
Maschinen anbieten konnte.
Im Jahr 1932 startete die nicht minder populäre Reihe der Red-Hunter-Sportmodelle. Es handelte sich
um leistungsfähige Einzylindermaschinen, die bis Ende der 1950er Jahre gebaut wurden.
Ende 1932 war die Components Ltd., zu der die Marke Ariel gehörte, infolge des Börsen-Crashs
von 1929 pleite. Aus der Nachfolgefirma Jack Sangster Ltd. wurde im Frühjahr 1933 die Ariel Motors (JS) Ltd.
Der Neustart im Jahr 1933 bedeutete auch, dass die Produktvielfalt eingeschränkt werden musste.
Es gab dreizehn Modelle, die alle einen Standard-Simplex-Rahmen und einen der vier Grundmotoren
hatten: den 600-ccm-Square-Four-, den 2-Ventil-500/550-ccm-stehender-Single-, den 350-ccm- und
den 250-ccm-Motor in OHV- oder SV-Konfiguration.
1937 kam der neue Square-Four-Motor mit 1000 ccm und obenliegenden Ventilen (OHV) hinzu.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden nur noch die leichten 350er W/NG für das War
Department produziert. Kurz vor Kriegsende im Jahr 1944 wurde Ariel an BSA verkauft.

Ariel 4H Square Four von 1939
Die zivile Produktion startete 1945 mit den Modellen von 1939. Ab 1946 wurde eine auf Basis der BSA-Telegabel entwickelte Eigenkonstruktion verwendet.
Von 1932 bis 1936 wurden dreirädrige Kleintransportfahrzeuge gebaut, die „Fleet Truck” oder
„Fleet Van” genannt wurden, je nachdem, ob sie eine Pritsche (Truck) oder einen Kasten
(Van) vor dem modifizierten Hinterteil und Motor einer Ariel VB hatten.
Um die Nachfrage nach Motorrädern der von der Triumph Speed Twin begründeten Kategorie leichter
und schneller Twins zu bedienen, wurde 1948 der 500 ccm Twin-Motor in den Ausführungen Red Hunter
und De Luxe vorgestellt.

Ariel KH Red Hunter von 1952
Ein Jahr später erschien das Upgrade der 4G Square Four als MK I mit Vollaluminiummotor. Diese wurde
1953 durch die MK II mit serienmäßiger Sitzbank und vier Auspuffkrümmern abgelöst.

Ariel 4G MK II Square Four von 1957
Kurz vor dem Ende der Viertakt-Ära bei Ariel wurde mit dem 650-ccm-Twin Cyclone noch ein Modell für den amerikanischen Markt vorgestellt.
Mit dem Niedergang der britischen Motorradindustrie Ende der 1950er Jahre wurde das Viertaktprogramm eingestellt.
Auch Ariel wurde vom Roller-Boom erfasst.
Von 1958 bis 1965 wurden Zweitakt-Motorräder mit kleinen Rädern, gutem Wetterschutz und poppigen Farben angeboten.
Ariel wurde zum „Ein-Modell“-Hersteller und bot zunächst den „Leader“ und später zusätzlich den
„Arrow“ mit anfänglich 250 ccm und später 200 ccm Zweizylinder-Zweitaktmotor an.

Ariel Leader von 1963
Die endgültige Schließung des Unternehmens erfolgte im Jahr 1966; bis dahin wurden über einen Zeitraum
von 67 Jahren in rund 335 Modell-/Jahreskombinationen Motorräder produziert.
Allen, die gerne tiefer in die Geschichte von Ariel und seinen faszinierenden Fahrzeugen eintauchen
möchten, sei das Buch „The Ariel Book: The Complete Guide - 1894 to 1970” empfohlen.



